
Wasserarten: Destilliertes, gefiltertes und gesprudeltes Wasser
Veröffentlicht am 06.07.2026
Ob aus dem Hahn, der Flasche oder dem Wassersprudler – Wasser gibt es in ganz unterschiedlichen Varianten. Destilliertes, gefiltertes und gesprudeltes Wasser unterscheiden sich dabei vor allem im Gehalt an Mineralstoffen. Doch welche Wasserart ist wirklich gesund und und wie schneiden sie im Vergleich zu natürlichem Mineralwasser ab? Dieser Artikel zeigt dir, was die drei Wasserarten ausmacht, wie sie hergestellt werden und worin sie sich unterscheiden.
Inhaltsverzeichnis
Welche Wasserarten gibt es?
Wasser ist nicht gleich Wasser. Auch wenn am Ende immer dasselbe Glas vor dir steht, gibt es deutliche Unterschiede. Vor allem beim Gehalt an Mineralstoffen, bei der Herkunft und bei der Art der Aufbereitung. Dabei lohnt es sich zu wissen, welche Wasserarten es überhaupt gibt und worin sie sich unterscheiden: Einige Wasserarten eignen sich zum Trinken, andere haben ihren Platz eher in der technischen Anwendung:
- Gefiltertes Wasser: Leitungswasser, das durch ein Filterverfahren von bestimmten Stoffen befreit wurde – je nach Methode bleiben dabei mehr oder weniger Mineralien erhalten.
- Destilliertes Wasser: Nahezu reines Wasser, dem durch Verdampfen sämtliche Mineralstoffe entzogen wurden. Dies ist eine der Wasserarten, die nicht zum klassischen Trinkwasser zählt und eher in Geräten wie Bügeleisen oder Autobatterien zum Einsatz kommt.
- Gesprudeltes Wasser: Wasser, dem mit einem Wassersprudler Kohlensäure zugesetzt wurde, sodass es sprudelt. Der Sprudelgrad lässt sich dabei selbst bestimmen.
Welches Wasser liefert die meisten Mineralstoffe?
Die drei genannten Wasserarten entstehen durch Aufbereitung – durch Filtern oder Sprudeln von Leitungswasser. Beides fügt dem Wasser jedoch keine Mineralstoffe hinzu, es bleibt beim Gehalt des Leitungswassers. Die meisten Mineralstoffe liefert deshalb natürliches Mineralwasser, das seine Mineralien von Natur aus mitbringt und je nach Quelle deutlich mehr Calcium und Magnesium enthält.
Wasserarten – Tabelle
| Kriterium | Destilliertes Wasser[1] | Gefiltertes Wasser[2] | Gesprudeltes Wasser[3] | Mineralwasser[4] |
|---|---|---|---|---|
| Mineralstoffgehalt | keiner | gering bis mittel (je nach Filtermethode) | abhängig vom Ausgangswasser | von Natur aus, je nach Quelle und Region, niedrig bis hoch |
| Kohlensäure | nein | nein | ja | je nach Sorte & Quelle |
| Geschmack | neutral, eher fad | mild und weich | spritzig, erfrischend | Quellentypisch, abhängig von den enthaltenen Mineralstoffen, von mild bis spritzig |
| Eignung als tägliches Trinkwasser | nicht empfohlen | gut geeignet | gut geeignet | sehr gut geeignet |
| Gut zu wissen | entzieht dem Körper beim Trinken eher Mineralstoffe | Filter regelmäßig wechseln, sonst Keimgefahr | enthält nur so viele Mineralstoffe wie das Ausgangswasser –Mineralwasser aus der Flasche liefert oft deutlich mehr | die Herkunft ist entscheidend für den Mineralstoffgehalt: Je nach Region sind unterschiedlich viel Calcium und Magnesium enthalten |
Destilliertes Wasser
Destilliertes Wasser ist nahezu reines Wasser ganz ohne Mineralstoffe. Normales Trinkwasser enthält immer gelöste Stoffe wie Calcium, Magnesium oder Natrium. Bei destilliertem Wasser fehlen diese fast vollständig, sodass praktisch nur reines H₂O übrigbleibt.
Dadurch besitzt es auch nahezu keine Wasserhärte – der Härtegrad liegt also nahe null. Genau diese Eigenschaft ist der Grund dafür, dass destilliertes Wasser keinen Kalk hinterlässt.
Das schmeckt man auch deutlich. Destilliertes Wasser schmeckt neutral und etwas fad, weil die Mineralien fehlen, die anderem Wasser seinen typischen Geschmack geben.
Auch beim Thema Gesundheit ist daher Vorsicht angebracht. Da es deinem Körper keine Mineralstoffe liefert, sondern sogar entzieht, solltest du destilliertes Wasser nicht trinken, zumindest nicht dauerhaft. Ein gelegentlicher Schluck schadet zwar nicht, als tägliches Trinkwasser ist es aber nicht geeignet.

Sinnvoll ist destilliertes Wasser dagegen überall dort, wo Kalk und Mineralien stören würden. Du findest es zum Beispiel im Dampfbügeleisen, in Luftbefeuchtern oder in der Autobatterie. Besonders praktisch ist es auch beim Putzen: Da es beim Trocknen keine Kalkflecken oder Schlieren hinterlässt, eignet es sich gut für Fenster, Spiegel, Autoscheiben oder Armaturen.
Wie wird Wasser destilliert?
Die Herstellung von destilliertem Wasser beruht auf einem einfachen physikalischen Verfahren: der Destillation. Dabei wird Wasser erhitzt, bis es verdampft. Der aufsteigende Wasserdampf wird anschließend wieder abgekühlt und kondensiert zu flüssigem Wasser, das in einem sauberen Gefäß aufgefangen wird. So entsteht Schritt für Schritt Wasser, das deutlich reiner ist als normales Leitungswasser.
Gefiltertes Wasser

Gefiltertes Wasser ist Leitungswasser, das durch einen Wasserfilter aufbereitet wurde. Je nach Filtermethode verändert sich dabei auch der Mineralgehalt, denn manche Verfahren entfernen neben unerwünschten Stoffen auch wertvolle Mineralien.
Gefiltertes Leitungswasser schmeckt dadurch oft weicher und neutraler als unbehandeltes Wasser aus dem Hahn. Ob gefiltertes Wasser überhaupt sinnvoll ist, hängt allerdings von deiner Situation ab. In Deutschland wird Leitungswasser streng kontrolliert und gilt als sehr sicher, ein Filter ist also nicht zwingend nötig. Sinnvoll kann er trotzdem sein, wenn du den Geschmack verbessern oder Kalk reduzieren möchtest.
Wichtig zu wissen ist, dass gefiltertes Leitungswasser nicht automatisch gesünder wird. Ein Filter entfernt zwar bestimmte Stoffe, liefert aber selbst keine zusätzlichen Mineralien. Damit gefiltertes Wasser gesund bleibt, solltest du den Filter außerdem regelmäßig wechseln, da sich sonst Keime darin ansammeln können.[5]
Wie filtert man Wasser?
Um Wasser zu filtern, gibt es verschiedene Verfahren, die sich in ihrer Wirkung deutlich unterscheiden. Das mit Abstand häufigste ist die Filterung mit Aktivkohle, wie sie zum Beispiel in den klassischen Filterkannen für die Küche zum Einsatz kommt.
Aktivkohle besitzt eine sehr große innere Oberfläche mit unzähligen feinen Poren, an denen sich unerwünschte Stoffe anlagern. Auf diese Weise werden vor allem Chlor sowie Stoffe gebunden, die Geschmack und Geruch beeinträchtigen. Das gefilterte Wasser eignet sich oft besser zum Trinken, da es danach weicher und neutraler wird, während die wertvollen Mineralien größtenteils erhalten bleiben.
Neben der Aktivkohle gibt es weitere Verfahren, die anders funktionieren:
- Umkehrosmose: Das Wasser wird mit Druck durch eine sehr feine Membran gepresst, die fast alle gelösten Stoffe zurückhält. Das Ergebnis ist sehr reines Wasser, das allerdings auch seine Mineralien verliert.
- Ionenaustauscher: Die für Kalk verantwortlichen Calcium- und Magnesium-Teilchen werden gegen Natrium-Ionen ausgetauscht und machen das Wasser dadurch weicher.
- Mechanische Filter: Es werden gröbere Partikel wie Sand oder Rost zurückgehalten.
Welches Verfahren sinnvoll ist, hängt davon ab, welche Stoffe du aus dem Wasser entfernen möchtest.
Gefiltertes Wasser: Welche Mineralien sind enthalten?
Bei einem normalen Aktivkohlefilter bleiben praktisch alle gelösten Mineralien aus dem Leitungswasser erhalten, da die Kohle nur Chlor und geschmacksstörende Stoffe bindet. Diese Mineralien sind in gefiltertem Leitungswasser deshalb in aller Regel enthalten (die genaue Menge hängt von deinem Ausgangswasser ab).
Mineralien in gefiltertem Wasser[6]:
| Mineral | Funktion im Körper |
|---|---|
| Calcium | Wichtig für Knochen und Zähne |
| Magnesium | Unterstützung der Muskeln und Nervenfunktion |
| Natrium | Regulierung des Wasserhaushalts |
| Kalium | Wichtig für Herz und Muskeln |
| Hydrogencarbonat | Puffer im Säure-Basen-Haushalt |
| Sulfat | Unterstützung der Verdauung |
| Chlorid | Regulierung des Flüssigkeitshaushalts |
Anders sieht es aus, sobald zusätzliche Filtertechnik ins Spiel kommt. Viele Filterkannen enthalten neben der Aktivkohle einen Ionenaustauscher, der gezielt Calcium und Magnesium reduziert, um Kalk zu verringern. Diese beiden Mineralien können dann also fehlen oder deutlich vermindert sein. Bei der Umkehrosmose werden sogar nahezu alle Mineralien aus der Tabelle entfernt, sodass am Ende fast reines Wasser übrig bleibt.
Gesprudeltes Wasser
Gesprudeltes Wasser ist Wasser, das Kohlensäure enthält. Diese entsteht, indem Kohlendioxid unter Druck im Wasser gelöst wird. Ein Teil davon reagiert mit dem Wasser zu Kohlensäure, der Rest bildet die typischen Bläschen, die beim Öffnen der Flasche aufsteigen. Genau das sorgt für den spritzigen, leicht prickelnden Geschmack und das frische Trinkgefühl, das gesprudeltes Wasser von stillem Wasser unterscheidet. Du kannst dein Wasser auch selber sprudeln und den Sprudelgrad so selbst bestimmen. Mit dem eigentlichen Mineralgehalt oder der Qualität des Wassers hat das Sprudeln zunächst nichts zu tun. Ein natürliches Mineralwasser aus der Flasche bringt dagegen – je nach Herkunft – von Haus aus Mineralstoffe und natürliche Kohlensäure mit.
Gesprudeltes Wasser vs. Mineralwasser
Gesprudeltes Wasser ist normales Leitungswasser, das mit Kohlensäure versetzt wurde. Mineralwasser stammt aus unterirdischen Quellen und enthält von Natur aus Mineralstoffe.
Tabelle: Mineralwasser (Gerolsteiner) vs. Leitungswasser
| Mineralstoffe | Gerolsteiner Medium/ Sprudel (1l) [7] | Leitungswasser (1l) [8] |
|---|---|---|
| Calcium | 348 mg | 53 mg |
| Magnesium | 108 mg | 6 mg |
| Hydrogencarbonat | 1.816 mg | Keine Angaben |
| Natrium | 118 mg | 16,8 mg |
| Sulfat | 38 mg | 9 mg |
| Chlorid | 40 mg | 15 mg |
| Kalium | 11 mg | 2,1 mg |
Die Tabelle zeigt den entscheidenden Unterschied: Mineralwasser liefert pro Liter ein Vielfaches an Calcium und Magnesium. Daran ändert auch das Sprudeln nichts. Denn wenn du Leitungswasser selbst sprudelst, bekommt es zwar seine Kohlensäure, sein Mineralstoffgehalt bleibt aber genau derselbe wie vorher. Wenn du also nicht nur ein spritziges, sondern auch ein mineralreiches Wasser möchte, bist du mit einem natürlichen Mineralwasser klar im Vorteil.
Natürliche Kohlensäure im Mineralwasser
Je nach Herkunft des Mineralwassers enthält das Mineralwasser bereits bei der Förderung natürliche Kohlensäure. Das hängt davon ab, ob es unterirdische, natürliche Kohlensäure-Vorkommen gibt.
Die Gerolsteiner Quellen (außer Naturell) enthalten natürliche Kohlensäure, wodurch sich das Wasser auf dem Weg durch die verschiedenen Gesteinsschichten mit Kohlensäure anreichert und mithilfe dieser Kohlensäure noch mehr Mineralien aus dem Gestein löst.
Das Endergebnis ist ein Naturprodukt: Mineralwasser mit natürlicher Kohlensäure.

Fazit: Wasserarten: Welches Wasser ist gesund?
Welche Wasserart gesund ist, entscheidet sich vor allem über ihren Mineralgehalt. Destilliertes Wasser eignet sich nicht zum dauerhaften Trinken – beim Putzen von Fenstern und Armaturen ist es dafür ideal, weil es keine Kalkflecken hinterlässt. Gefiltertes Wasser punktet vor allem beim Geschmack und gesprudeltes Wasser beim spritzigen Trinkgefühl. Zusätzliche Mineralstoffe liefert das Sprudeln allerdings nicht – ein selbst gesprudeltes Leitungswasser bleibt so mineralreich oder mineralarm wie zuvor. Dafür sorgt allein ein natürliches, mineralreiches Wasser, das seine Mineralien von Natur aus mitbringt.
FAQ – Wasserarten
Was ist destilliertes Wasser?
Destilliertes Wasser ist nahezu reines Wasser, dem durch Verdampfen sämtliche Mineralstoffe und Salze entzogen wurden. Übrig bleibt fast reines H₂O. Da ihm Calcium und Magnesium fehlen, besitzt destilliertes Wasser eine Wasserhärte von null und gilt als vollständig weiches Wasser. Es schmeckt neutral bis fad und eignet sich nicht als dauerhaftes Trinkwasser, sondern kommt vor allem in Geräten wie Bügeleisen oder Autobatterien zum Einsatz.
Was ist gefiltertes Wasser?
Gefiltertes Wasser ist Leitungswasser, das durch einen Wasserfilter aufbereitet wurde. Dabei werden Stoffe wie Chlor oder Kalk reduziert, während die meisten Mineralien je nach Verfahren erhalten bleiben. Das Wasser schmeckt dadurch oft weicher und neutraler als unbehandeltes Wasser aus dem Hahn.
Ist gefiltertes Wasser schädlich?
Richtig angewendet ist gefiltertes Wasser nicht schädlich. Problematisch wird es nur, wenn der Filter zu selten gewechselt wird, denn dann können sich Keime ansammeln. Wechselst du die Kartusche regelmäßig und bewahrst das Wasser kühl auf, kannst du es bedenkenlos trinken.
Ist es gefährlich destilliertes Wasser zu trinken?
Nein, gelegentlich destilliertes Wasser zu trinken ist für gesunde Menschen unbedenklich – der Körper gleicht Mineralien über die Nahrung aus. Es schmeckt nur fade. Nur als alleinige Trinkquelle bei einseitiger Ernährung könnte langfristig der Mineralhaushalt leiden.
Ist gesprudeltes Wasser aus dem Hahn oder Mineralwasser gesünder?
Beide sind gesund und unbedenklich. Wenn es aber um die Mineralstoffversorgung geht, hat Mineralwasser die Nase vorn: Gerolsteiner Mineralwasser liefert z.B. von Natur aus deutlich mehr Calcium und Magnesium und trägt so aktiv zu deinem Tagesbedarf bei. Sprudeln fügt dagegen keine Mineralstoffe hinzu – gesprudeltes Leitungswasser bleibt beim Gehalt seines Ausgangswassers.
Wie lange ist gefiltertes Wasser haltbar?
Gefiltertes Wasser solltest du möglichst am selben Tag trinken. Da ihm Chlor entzogen wurde, können sich Keime schneller vermehren als in normalem Leitungswasser. Abgedeckt und im Kühlschrank hält es sich etwa ein bis zwei Tage, danach filterst du besser frisch nach.
Wie lange hält gesprudeltes Wasser?
Gekauftes Sprudelwasser ist ungeöffnet viele Monate haltbar, weil die Kohlensäure unter Druck in der Flasche bleibt. Selbst gesprudeltes Wasser trinkst du dagegen am besten frisch. Sobald die Flasche offen oder das Wasser gesprudelt ist, gilt für beide dasselbe: Die Kohlensäure entweicht nach und nach und das Wasser wird schal. Gut verschlossen und gekühlt hält es sich einige Tage – ideal sind zwei bis drei Tage.
Quellen:
- [1] Zentrum der Gesundheit. Destilliertes Wasser trinken – Vorteile und Nachteile. https://www.zentrum-der-gesundheit.de/ernaehrung/lebensmittel/wasser-uebersicht/destilliertes-wasser
- [2] BRITA. Wasser filtern: Vorteile, Funktionsweise und Nutzen im Alltag. https://www.brita.de/wasser-wissen/wasser-filtern
- [3] Verbraucherzentrale. Wassersprudler – das sollten Sie darüber wissen. https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/gesund-ernaehren/wassersprudler-das-sollten-sie-darueber-wissen-13872
- [4] Informationszentrale Deutsches Mineralwasser (IDM). Mineralstoffe: Das steckt im Mineralwasser. https://www.mineralwasser.com/mineralwasser/das-steckt-in-ihrem-mineralwasser/
- [5] Stiftung Warentest. Wasserfilter im Test: Überflüssig bis schädlich. https://www.test.de/Wasserfilter-im-Test-Gut-filtert-keiner-4840828-0/
- [6] Waterdrop. Ist gefiltertes Wasser gesund? https://www.waterdropfilter.de/blogs/heim-und-wellness/ist-gefiltertes-wasser-gesund
- [7] Gerolsteiner. Mineralien im Mineralwasser: Mineralstoffe für deine Gesundheit. https://www.gerolsteiner.de/wissensquellen/wasserwissen/mineralien
- [8] Hamburger Wasserwerke (Hamburg Wasser). Trinkwasser-Analysewerte 2025, Grundwasserwerk Walddörfer. https://www.hamburgwasser.de/privatkunden/wasser/trinkwasseranalyse