
Was hilft bei Allergien? Calcium, Zink & Co.
Veröffentlicht am 30.01.2026
Vitamine und Mineralstoffe werden oft als natürliche Unterstützung bei Allergien und Nesselsucht empfohlen. Doch haben Vitamine, Zink und Calcium wirklich einen Einfluss auf die allergische Reaktion selbst? Erfahre in diesem Artikel, ob Nährstoffe gegen deine Allergie ankommen und was hinter den gängigen Empfehlungen steckt.
Inhaltsverzeichnis
Mineralstoffe & Vitamine bei Allergien
Bei Allergien reagiert dein Körper überempfindlich auf eigentlich harmlose Auslöser wie Pollen, Hausstaub, oder Sonne. Um die Beschwerden zu lindern, stehen meist bewährte Maßnahmen wie Allergenvermeidung, Nasenspülungen oder ärztlich empfohlene Medikamente im Vordergrund. Zusätzlich schauen viele bei Allergien auf Vitamine und Mineralstoffe. Vor allem, weil sie an Prozessen beteiligt sind, die bei allergischen Reaktionen eine Rolle spielen.
Vorab: Mineralstoffe und Vitamine können Allergien nicht „wegmachen“. Sie können aber bei verschiedenen Aspekten unterstützend wirken:[1]
- Oxidativer Stress: Kann durch eine gute Versorgung mit antioxidativ wirkenden Nährstoffen verringert werden.
- Entzündungsreaktionen: Eine ausreichende Nährstoffbasis unterstützt normale Abläufe bei Entzündung und Regeneration.
- Schleimhäute: Können in ihrer Schutzfunktion unterstützt werden, z. B. in Nase und Augen.
- Energiehaushalt: Trägt zu normaler Energieversorgung bei – hilfreich, wenn Allergien dich müde machen.
Eine gute Versorgung in diesen Bereichen hilft deinem Körper, die typischen Reaktionen bei Allergien besser abzufedern. Eine ausgewogene Ernährung unterstützt dabei, diese Funktionen aufrechtzuerhalten und den Körper für tägliche Belastungen zu stärken.
Wichtig ist: Wenn deine Beschwerden stark sind oder sich verschlimmern, ersetzen Vitamine und Mineralstoffe keine medizinische Abklärung oder Therapie. Als ergänzender Baustein können sie trotzdem sinnvoll sein, denn eine ausreichende Nährstoffbasis hilft deinem Körper, normal zu funktionieren und besser mit Belastungen umzugehen.
Sonnenallergie
Eine „Sonnenallergie“ ist meist keine klassische Allergie wie Heuschnupfen, sondern ein Sammelbegriff für unterschiedliche Hautreaktionen auf UV-Strahlung. Am häufigsten steckt die polymorphe Lichtdermatose dahinter: Deine Haut reagiert überempfindlich, wenn sie nach längerer Pause plötzlich viel Sonne abbekommt – typisch im Frühjahr, im Urlaub oder beim ersten intensiven Sonnenwochenende.
So erkennst du eine Sonnenallergie meist:
- Juckreiz, Rötungen, kleine Knötchen/Pusteln oder Bläschen
- Oft an Dekolleté, Schultern, Armen, Handrücken, Oberschenkeln – also an Stellen, die viel Sonne abbekommen
- Häufig zeitverzögert: Beschwerden starten einige Stunden bis wenige Tage nach dem Sonnenkontakt
Vorbeugung: Warum Calcium bei Sonnenallergie?
Calcium ist ein wichtiger Baustein für deine Zellen. Es hilft dabei, die Signalweitergabe und die Stabilität der Zellwände zu steuern. Bei einer Sonnenallergie kannst du diesen Effekt nutzen, um deine Haut von innen heraus zu unterstützen.
Calcium kann bei der Sonnenallergie vor allem unterstützend zur Vorbeugung sinnvoll sein. Eine gute Versorgung kann deinem Körper helfen, bei UV-Strahlung weniger empfindlich zu reagieren. Um ausreichend versorgt zu sein, wird ein Nährstoffreferenzwert (NRV) von 800 mg Calcium empfohlen.[2]
Mögliche Aufgaben von Calcium bei Allergien:
- Zellen festigen: Calcium stabilisiert die Zellmembranen. Das kann die unkontrollierte Ausschüttung von Botenstoffen wie Histamin erschweren und Juckreiz lindern.
- Reize abfedern: Mit einer stabilen Calcium-Basis reagiert dein System weniger heftig auf äußere Einflüsse wie intensives Sonnenlicht.
- Depots füllen: Da diese Prozesse Zeit brauchen, ist eine ausreichende Zufuhr schon vor dem ersten Sonnenbad sinnvoll.

Wichtig: Beachte jedoch, dass die Wirkung von Calcium bei Allergien wissenschaftlich nicht belegt ist. Bei akuten Beschwerden helfen Antihistaminika oder Kortison. In diesem Fall solltest du sogar kein Calcium einnehmen, da der Mineralstoff die Aufnahme der Medikamente stören und deren Wirkung stark verringern könnte. Wenn du dir unsicher bist, solltest du immer mit deinem Arzt oder deiner Ärztin Rücksprache halten.
Nachsorge: Zink bei Sonnenallergie

Wenn deine Haut bereits mit Juckreiz oder Quaddeln auf eine Sonnenallergie reagiert hat, kann Zink bei der Nachsorge helfen. Als Salbe oder Creme aufgetragen, unterstützt der Mineralstoff die Haut direkt bei der Regeneration.
Zink wirkt auf mehreren Ebenen, um die Beschwerden zu lindern: [3]
- Entzündungen hemmen: Zink hat entzündungshemmende Eigenschaften, die Rötungen und Schwellungen schneller abklingen lassen.
- Juckreiz lindern: Die kühlende Wirkung einer Zinksalbe beruhigt gereizte Hautstellen und nimmt das Spannungsgefühl.
- Wundheilung fördern: Der Wirkstoff unterstützt die natürliche Barrierefunktion und hilft deiner Haut, sich nach der Belastung durch UV-Licht zu regenerieren.
Heuschnupfen
Wenn Pollen dein Immunsystem belasten, kannst du deinen Körper mit gezielten Mikronährstoffen bei dieser Allergie unterstützen. Diese helfen dabei, die typischen Reaktionen auf Heuschnupfen besser zu regulieren und deine Abwehrkräfte stabil zu halten: [4]
- Zink: Der Mineralstoff ist wichtig für ein normales Immunsystem. Zink kann bei Allergien wie Heuschnupfen helfen, die überschießende Reaktion auf Pollen abzufedern.
- Vitamin C: Es gilt als natürliches Antihistaminikum und kann bei Allergien helfen, den Histaminspiegel im Blut schneller zu senken. So unterstützt Vitamin C, die typischen Symptome gegen Heuschnupfen besser zu regulieren.
- Vitamin D: Es spielt eine Schlüsselrolle bei der Steuerung deiner Immunantwort. Vitamin D hilft bei Allergien deinem System, weniger empfindlich auf harmlose Pollen zu reagieren.
- Calcium: Wie bei der Sonnenallergie unterstützt Calcium auch bei Heuschnupfen die Stabilität der Zellwände, damit Reize weniger stark verarbeitet werden.
Wichtig ist eine regelmäßige Zufuhr über eine ausgewogene Ernährung, um deine Speicher rechtzeitig zu füllen. So schaffst du eine solide Basis für die Heuschnupfensaison.
Tipp: Eine neue Studie zeigt, dass auch Schwarzkümmelöl bei einer Pollenallergie helfen kann. Der Wirkstoff Thymochinon beruhigt überaktive Immunzellen und drosselt die Histaminausschüttung. Die regelmäßige Einnahme stabilisiert die Schleimhäute und lindert so typische Symptome wie Niesen oder Augenjucken.[5]
Nesselsucht & Hautausschlag
Streng genommen ist eine Nesselsucht keine klassische Allergie, sondern eine Hautreaktion, doch sie teilt sich mit der Hausstauballergie oft den gleichen Auslöser für die Symptome: ein überreagierendes Immunsystem. Während bei der Hausstauballergie die Atemwege auf den Kot der Milben reagieren, bildet die Haut bei der Nesselsucht juckende Quaddeln.
Zink und Vitamin D können unterstützend wirken, da beiden Beschwerdebildern entzündliche Prozesse zugrunde liegen. Beide Nährstoffe spielen eine Schlüsselrolle bei der Regulierung des Immunsystems und helfen dabei, Entzündungen im Körper zu dämpfen.
Abgesehen von dieser antientzündlichen Basisunterstützung helfen Vitaminpräparate gegen die akuten Allergiesymptome jedoch meist wenig. Viel effektiver als die Einnahme von Supplementen sind daher praktische Maßnahmen, die direkt an der Ursache ansetzen. Bei Hausstauballergie helfen etwa Nasenspülungen, Encasings und das richtige Raumklima, bei Nesselsucht dagegen etwa Kühlen, lockere Kleidung und Apfelessig-Umschläge.

Ein weit verbreiteter Irrtum hält sich hierbei hartnäckig: Dass Calcium bei Nesselsucht oder Allergien Juckreiz und Schwellungen lindert, wurde zwar lange angenommen und oft empfohlen, ist wissenschaftlich jedoch nicht ausreichend belegt.
Fazit: Mineralstoffe & Vitamine bei Allergien
Vitamine und Mineralstoffe können Allergien nicht heilen oder verhindern, aber sie können dabei helfen, die Symptome abzumildern. Nährstoffe wie Zink und bestimmte Vitamine tragen zur Regeneration der Haut bei und fördern den Histaminabbau, während Calcium und Co. keinen direkten Einfluss auf die allergische Reaktion selbst haben. Sie stärken vielmehr deinen Körper, damit er besser mit den Belastungen durch Allergien umgehen kann.
Eine ausgewogene Nährstoffversorgung bleibt dennoch wichtig für deine allgemeine Gesundheit und das Wohlbefinden, ersetzt jedoch keine medizinische Behandlung.
Damit dein Körper im Alltag optimal versorgt ist, benötigt er Lieferanten für beispielsweise Calcium oder Zink. Mit unserem Mineralienrechner siehst du auf einen Blick, was dein Mineralwasser hier leisten kann.
FAQ zu Allergien
Welche Vitamine helfen bei Allergien?
Bei Allergien helfen Vitamin C als Histamin-Senker sowie Vitamin A zum Schutz deiner Schleimhäute. Besonders bei Nesselsucht sind Vitamin D und Zink wichtig, da sie die Entzündungen lindern und die Hautbarriere stärken. Eine gute Nährstoffbasis hilft deinem Körper, allergische Reaktionen besser abzufedern.
Bei welcher Allergie hilft Magnesium?
Magnesium kann bei Allergien, die Entzündungen der Haut auslösen, helfen. Der Mineralstoff beruhigt Entzündungsprozesse und senkt die Stressreaktion deiner Haut. So hilft er deinem System, bei allergischen Belastungen gelassener auf auslösende Reize zu reagieren.
Hilft Vitamin D bei Allergien?
Vitamin D unterstützt dein Immunsystem dabei, weniger empfindlich auf Allergene zu reagieren. Besonders bei Sonnenallergie hilft es, die Hautbarriere zu stabilisieren. In Kombination mit Calcium sorgt es für eine optimale Wirkung gegen Sonnenallergie und Hitzepickel. Es verbessert die Aufnahme und bildet so eine gute Basis für den Schutz vor sonnenbedingten Hautreizungen.
Wie viel Calcium bei Sonnenallergie?
Für eine wirksame Dosierung bei Sonnenallergie wird die übliche Menge von 800 mg Calcium täglich empfohlen. [2] Calcium-Tabletten gegen Sonnenallergie sollten idealerweise schon Tage vor dem Sonnenbaden eingenommen werden, um die Haut von innen zu stärken und die allergische Reaktion effektiv zu mindern.
Hilft Calcium bei Heuschnupfen?
Calcium hilft nur bedingt bei einer Pollenallergie. Es stabilisiert die Zellwände und drosselt so die Histaminausschüttung. Das mildert typische Reizungen ab. In Kombination mit Zink, das die Immunreaktion bei einer Pollenallergie zusätzlich reguliert, bietet es einen guten zusätzlichen Schutz für die Heuschnupfensaison.
Quellen
- [1]Peroni, D., Hufnagl, K., Comberiati, P. & Roth-Walter, F. (2023). Lack of iron, zinc and vitamins as a contributor to the etiology of atopic diseases. In: Frontiers in Nutrition, 9:1032481. https://doi.org/10.3389/fnut.2022.1032481
- [2]Europäische Union (2011). Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Oktober 2011 betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel. In: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:02011R1169-20180101
- [3]Schwartz, J., Marsh, R. & Draelos, Z. (2005). Zinc and Skin Health: Overview of Physiology and Pharmacology. In: Dermatologic Surgery, 31(7 Pt 2): 837-47. https://www.researchgate.net/publication/7714701_Zinc_and_Skin_Health_Overview_of_Physiology_and_Pharmacology
- [4]Shop Apotheke (o. D.). Heuschnupfen: mit der richtigen Ernährung Beschwerden lindern. In: https://www.shop-apotheke.com/magazin/familie/heuschnupfen-lindern/
- [5]Deutscher Gesundheitsfachkreis (2026). Wenn der Frühling zur Qual wird: Wie Sie den Allergie-Teufelskreis mit dem „Gold der Pharaonen“ durchbrechen. In: https://deutscher-gesundheits-fachkreis.de/blogs/advertorials/schwarzkuemmeloel-allergie